Auswanderung

Auswanderung

Die Kettwiger Museums- und Geschichtsfreunde sehen Stadtgeschichte als ihre besondere Aufgabe. Zu dieser zählt die Frage nach der Auswanderung aus Kettwig in den Jahren 1833-1923.

Von Kettwig nach Missouri

Friedrich Wilhelm Steines war Schuhmacher und hatte neben dem „Treppchen“ an der Hauptstraße seine Wohnung und Werkstatt. Das Haus wurde 1976 abgerissen, zuletzt waren dort der „Tante Emma“-Laden von Frau Mancke und das Fotoatelier Dorenbeck, vormals „Blitz“ Fritz Rohleff.

 

Schreinerwerkstatt an der Hauptstraße
Die Schuhmacherwerkstatt von Friedrich Wilhelm Steines an der Hauptstraße.

Der Schuhmacher Steines muss ein vielseitig interessierter und gebildeter Mann gewesen sein. Drei Söhne wanderten in die USA aus; die Tochter Christine war verheiratet mit dem Lehrer Friedrich Dellmann in Moers, der schon 1835 die Briefe seiner Schwäger dort publizierte.

1833 wurde der jüngere der beiden Brüder, Hermann Steines (7.6.1809 Kettwig – 14.8.1875 Tavern Creek), der in Wuppertal Pharmazie gelernt hatte, mit dem Kettwiger Schneider Adolph Greef (18.2.1807 Kettwig – 7.4.1883 Tavern Creek) auf eine Kundschafterreise ausgesandt: Er sollte ermitteln, ob die Informationen des Wuppertaler Landwirts Gottfried Duden (1829) für die USA und insbesondere für den Staat Missouri zutrafen.

Die kleine Kundschaftergruppe aus Kettwig

Außer den „Kundschaftern“ Hermann Steines und Adolph Greef kamen bei der ersten Reise Frau und fünf Kinder von Adolph Greef mit. Zwei Kinder von ihm werden namentlich genannt: Ida, 16 Jahre, und Wilhelm, 13 Jahre (1833). Die Brüder Kochs aus Gelsenkirchen fuhren kurz vor Hermann Steines ab Bremerhaven (6.5.1833 mit „Columbus“) , und die Familie Greef kam erst in Telgte hinzu, so dass offen ist, wer außer dem damals noch ledigen Hermann Steines aus Kettwig mitreiste.