Gaststätten in Kettwig

Hier stellen wir Ihnen eine Auswahl der alten und zum Teil noch existierenden Gaststätten in Kettwig vor. Manche von ihnen bestehen heute noch, einige davon unter einem anderen Namen. Einige der Gebäude sind heute einem anderen Zweck zugeführt oder auch ganz aus dem Stadtbild verschwunden.

Wir werden die Auswahl weiter vervollständigen.

 

Die Résidence, Auf der Forst 1 - damals Parkhotel am Jungborn.
Die „Résidence“, Auf der Forst 1 – damals Parkhotel am Jungborn.

 

Der Jägerhof an der Hauptstraße 23.
Der „Jägerhof“ an der Hauptstraße 23.

 

Die alte Flora an der Landsberger Straße 83.
Die „alte Flora“ an der Landsberger Straße 83.

 

"Am Luftigen", am Bögelsknappen 1.
„Am Luftigen“, am Bögelsknappen 1.

Fachwerk

Fachwerk

Im Ortskern von Kettwig sind noch viele Fachwerkhäuser vorhanden.

Kirchtreppe

1368 wird die Kirchtreppe („ante gradum“) erstmals genannt. Eins der ältesten Häuser an der Kirchtreppe ist „Wevers Haus an der Trappen“ , dessen Name auf den Beruf des Webers schließen lässt. Heute: Kirchtreppe 7, Gaststätte „Stiege“.

Die Kirchtreppe in Kettwig. Foto H. Münker
Die Kirchtreppe in Kettwig. 
Jacobusvicarie
Jacobusvicarie an der Ruhrstraße/Hexenbergsweg. Foto G. Voss
Jacobusvicarie an der Ruhrstraße/Hexenbergsweg. 

Weitere wertvolle Fachwerksubstanz findet man in der Ruhrstraße, in der Kaiserstraße und in Kettwig vor der Brücke.

Fachwerkhaus Mühlenhof

Ein besonders schönes Baudenkmal ist die jetzige Altentagesstätte der Kirchengemeinde St. Joseph in Kettwig vor der Brücke: Ein Fachwerkhaus mit Geschichte, denn das Haus war ein Stückchen Preußen im Bergischen Land, Moersisches Lehen der Herren auf Hugenpoet.

Der Mühlenhof in Kettwig vor der Brücke beherbergt heute die Altentagesstätte der katholischen St. Josephsgemeinde.
Der Mühlenhof in Kettwig vor der Brücke beherbergt heute die Altentagesstätte der katholischen St. Josephsgemeinde.

1703 hatte der soeben zur Königswürde aufgestiegene Friedrich I. von Preußen durch Erbgang die Grafschaft Moers gewonnen und versicherte sich eiligst der Treue seiner neuen Untertanen. Daher bestellte Baron Kinsky den Bertram von Hougenpoot zur Lehenshuldigung nach Krefeld wegen des „Müllenhoff, mit der Herrlichkeit in dem Walde, in dem Gericht von Mintert und Kirchspiel Kettwich gelegen belehnt“ – „Und dann nach tödtlichem Hintritt weyland Sr. Königl. Majestät in GroßBrittannien glorwürdigsten Andenckens die Nothdurfft den Lehnrechten nach erfordern will, daß die Renovation der Belehnung anjetzo von Allerhöchstgedachter Sr. Königl. Majestät in Preussen als kenntlich possidirendem und von Sr. Keyserl. Majestät und dem Reich bestättigtem Landesherren und Graffen zu Meurs geziemend gesonnen und empfangen werde; Als heische und lade denselben, oder da gemelter Freyherr Bertramus von Hougenpot mit Tode abgangen seyn mögte, den oder die jenige, welche Sich zu dieser Lehenfolge zu qualeficiren vermeinen, kraft habender Commission hiermit auf den 3ten Mey dieses Jahres allhie zu Creveld vormittags persöhnlich oder durch gnugsamen Gevollmächtigten zu erscheinen…“

Bahnen im Ruhrtal

Die Bergisch-Märkische Bahngesellschaft hatte 1862 die Linie Essen – Steele – Dortmund eröffnet. An diese Linie wurde 1872 die Ruhrtalbahn Steele – Kupferdreh – Werden – Kettwig – Düsseldorf angeschlossen.

Modell des Kettwiger Bahnhofs, gefertigt von W. Igelbusch.
Modell des Kettwiger Bahnhofs (gefertigt von W. Igelbusch).

Weitere Informationen über die Geschichte der Ruhrtalbahn in Kettwig finden Sie auf der Homepage von Günter Voss unter
http://ruhrtalbahn-kettwig.de/

Auswanderung

Auswanderung

Die Kettwiger Museums- und Geschichtsfreunde sehen Stadtgeschichte als ihre besondere Aufgabe. Zu dieser zählt die Frage nach der Auswanderung aus Kettwig in den Jahren 1833-1923.

Von Kettwig nach Missouri

Friedrich Wilhelm Steines war Schuhmacher und hatte neben dem „Treppchen“ an der Hauptstraße seine Wohnung und Werkstatt. Das Haus wurde 1976 abgerissen, zuletzt waren dort der „Tante Emma“-Laden von Frau Mancke und das Fotoatelier Dorenbeck, vormals „Blitz“ Fritz Rohleff.

 

Schreinerwerkstatt an der Hauptstraße
Die Schuhmacherwerkstatt von Friedrich Wilhelm Steines an der Hauptstraße.

Der Schuhmacher Steines muss ein vielseitig interessierter und gebildeter Mann gewesen sein. Drei Söhne wanderten in die USA aus; die Tochter Christine war verheiratet mit dem Lehrer Friedrich Dellmann in Moers, der schon 1835 die Briefe seiner Schwäger dort publizierte.

1833 wurde der jüngere der beiden Brüder, Hermann Steines (7.6.1809 Kettwig – 14.8.1875 Tavern Creek), der in Wuppertal Pharmazie gelernt hatte, mit dem Kettwiger Schneider Adolph Greef (18.2.1807 Kettwig – 7.4.1883 Tavern Creek) auf eine Kundschafterreise ausgesandt: Er sollte ermitteln, ob die Informationen des Wuppertaler Landwirts Gottfried Duden (1829) für die USA und insbesondere für den Staat Missouri zutrafen.

Die kleine Kundschaftergruppe aus Kettwig

Außer den „Kundschaftern“ Hermann Steines und Adolph Greef kamen bei der ersten Reise Frau und fünf Kinder von Adolph Greef mit. Zwei Kinder von ihm werden namentlich genannt: Ida, 16 Jahre, und Wilhelm, 13 Jahre (1833). Die Brüder Kochs aus Gelsenkirchen fuhren kurz vor Hermann Steines ab Bremerhaven (6.5.1833 mit „Columbus“) , und die Familie Greef kam erst in Telgte hinzu, so dass offen ist, wer außer dem damals noch ledigen Hermann Steines aus Kettwig mitreiste.

Apotheken

Apotheken


Der Apothekerschrank der ehemaligen Hirsch-Apotheke an der Hauptstraße 79 befindet sich heute im  Museum Kommern).

Die Hirschapotheke an der Hauptstraße 79. (Foto Dorenbeck)
Die ehemalige Hirsch-Apotheke an der Hauptstraße 79. (Foto Dorenbeck)

Der Apothekerschrank

enthält Belegstücke für Essenzbehälter aus der Kettwiger Hirsch-Apotheke. Es handelt sich vermutlich um „neugotische“ Flaschen von 1832, deren Formen 1890 aus dem Verkehr gezogen wurden, und neuere Behälter.

Die ehemalige Hirsch-Apotheke an der Hauptstraße 79 um 1950.
Die ehemalige Hirsch-Apotheke an der Hauptstraße 79 um 1950.

Zur Apothekensammlung gehören auch zwei Herbare von Kräutern aus dem Ruhrtal.

Der Schrank enthält einige Porzellanbehälter, darunter die Deckeldose mit Aufschrift „Looch de Pulm.Vulp.“ und kleine Salbendosen für Arme aus gelber Keramik und für Reiche aus weißem Porzellan.

Apothekenvitrine
Apothekenvitrine

Wir stellen im Apothekerschrank eine große Anzahl von Kleinbehältern für Essenzen, Gewürze und Parfümerie aus. Fundort ist ein Brunnen am Kirchplatz, der um 1900 mit Asche und Abfallgläsern aufgefüllt war.Apothekenvitrine mit Mineralien